Das virtuelle Museum für Anästhesie und Intensivmedizin

Die Geschichte der Anästhesie und Intensivmedizin

Erinnerungen an das Wiener Anästhesiemuseum

In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde im Josephinum, der Heimstätte medizinhistorische Sammlungen, eine Ausstellung fachbezogener Gegenstände neu eröffnet.

Josephinum

Unter der Ägide des Gründungspräsidenten der österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie Otto „Teddy“ Mayrhofer 1920-2024 boten sich Zeit und Ort dafür an, da 1993 die Übersiedlung in das neue AKH erfolgte und wie in zahlreichen anderen Spitälern die alten Geräte ausgeschieden wurden. Einer Gruppe von Anästhesisten wie Sylvia Fitzal, Traude Krystof, Ludwig Lechner+, Wolfgang Regal+ und Ernst Zadrobilek+ ist es zu verdanken, dass in dem Raum in dem jetzt im neuen, von Christiane Druml völlig neugefassten Josephinum die Lehre und Forschung gezeigt wird, die Entwicklung der Anästhesie dokumentiert werden konnte (Abb. Sammlungen). 

Es wurde versucht sowohl die internationale Entwicklung mit Mortons Ätherkugel von 1846 ,als auch die nationalen Beiträge wie Nobelpreisträger (1930) Landsteiners Blutgruppenentdeckung darzustellen. In einem Raum wurden die Narkosegeräte verschiedener Provenienz, nach dem 2.Weltkrieg im Rahmen der Unitarian Medical Mission 1947 den Österreichern gespendet, bis zu den druckgesteuerten Bennetts und Birds, die zu meiner Zeit vorwiegend an den Intensiv und Aufwachstationen verwendet wurden, bis zur grossen Drägerfamilie mit ihren volumsgesteuerten Narkoserespiratoren zur Schau gestellt.

 Aber es gab auch Narkoseapparate aus der 1.Hälfte des 20.Jh wovon ein Narkose-Inhaler des aus Wien stammenden Ferdinand Junker, schon 1867 in England entwickelt, besonders zu erwähnen ist. Im anderen Raum etwas unsystematischer befand sich z.B. eine hyperbare Sauerstoffeinmann Kammer von Vickers, mit der wir auf B200 (siehe Engström) auch neue Anwendungen durchführten und publizierten. Auch fand sich dort der Prototyp von Alexander Aloys Jet-Ventilator den er mit der Firma Reiner entwickelte. Diese Anästhesiesammlungen waren über die Jahre Ziel des Besuches von Ärzten, Gesundheitspersonal und Touristen aus dem In- und Ausland. Ich erinnere mich an zahlreiche Führungen mit interessanten Diskussionen, um die Geschichte unseres Faches vor Ort und international unter die Leute zu bringen. Auf Grund der Umstrukturierung der Sammlungen wurde das kleine Museum 2017 geschlossen, es war im Vergleich zu seinen großen Pendants in Bonn und London nur ein kleiner Ort der Erinnerung, für uns die wir die Anfänge unseres Faches miterleben durften, jedoch ein Stück persönlicher Geschichte.

ao. Univ.-Prof. Dr. Franz Lackner